Open Data Camp Zürich

MakeOpenDataAm vergangenen Wochenende fand zeitgleich in Zürich und Genf das zweite Open Data Camp statt. Ziel war es, offene Daten zur Verbesserung der Mobilität einzusetzen.

Argumente für Open Data

Öffentliche und private Einrichtungen pflegen häufig mit grossem Aufwand umfangreiche Datenbestände, um ihrem gesetzlichen Auftrag und ihren Geschäftszielen gerecht zu werden. Dies mögen beispielsweise diverse statistische Daten, Fahrpläne, Wetter- oder auch Geodaten sein. Viele diese Daten werden komplett unter Verschluss gehalten, andere werden zumindest verkauft oder kostenpflichtig lizenziert. Neben zweifellos berechtigten Einschränkungen auf Grund der Vertraulichkeit gewisser Daten ist vor allem der Standpunkt verbreitet, über eine direkte Monetarisierung müssten die Kosten für die Datenpflege und -abgabe zumindest zum Teil kompensiert werden. Dieser Argumentation steht jedoch ein vielleicht viel höherer volkswirtschaftlicher Nutzen gegenüber, der mit der Freigabe von Daten ausgeschöpft werden könnte.

So erwartet Neuseeland im Report Spatial information in the New Zealand economy durch die Freigabe seiner Geodaten einen volkswirtschaftlichen Nutzen, der die Einnahmen aus der Lizenzierung um das Fünffache übersteigt.

Sehr eindrücklich stellte auch Jonathan Raper beim jährlich stattfindenden Spirgarten-Treffen, just einen Tag vor dem Open Data Camp, weitere Argumente für einen freien Zugang zu Daten dar. Jonathan Raper, unter anderem Berater des Bürgermeisters von London in Sachen Open Government Data sowie Managing Director der Placr Ltd., skizzierte neben grundlegenden politischen Aspekten (If government data is created as part of a public task then charging for a 2nd time is a tax) die Win-Win-Situation, die durch die Freigabe von Daten in London entstand. Dort konnte der Nutzen von Daten durch zahlreiche private und privatwirtschaftliche Dienste von der Veredelung von Rohdaten bis zu kompletten Applikationen deutlich vergrössert werden Die Freigabe führte sogar dazu, dass die Stadt London manche kostenintensive Aufgabe dankend an die Privatwirtschaft abgegeben hat, ohne dass sich die Zuverlässigkeit und Qualität der Dienste verschlechtert hat.

Make Open Data Camp

Mit dem Open Data Camp in Zürich sollten genau diese Möglichkeiten freier Daten demonstriert werden. Zusammengekommen waren nebst Vertretern von SBB und meteoschweiz die Mitarbeiter verschiedener Unternehmen. Es wurde diskutiert, welche Daten derzeit für die Schweiz zur Verfügung stehen, und welche in naher Zukunft verfügbar sein werden. Anschließend wurden Projektvorschläge diskutiert und in den folgenden zwei Tagen umgesetzt. Alle initiierten Projekte werden von den Projektteilnehmern auch weiterhin betreut.

Öffentlicher Verkehr in der Schweiz

Allen Teilnehmern gemein war die Überzeugung, dass freie Daten deutlich mehr Nutzen als Schaden bringen und die Veröffentlichung von Daten daher gefördert werden muss. Zur Entfaltung eines Nutzens für die breite Öffentlichkeit sind Anwendungen auf den Daten unerlässlich – der Grund weshalb von 120 Teilnehmern je zwischen ein und zwei Arbeitstagen gespendet wurden.

Für geOps hat Augustus Kling an beiden Tagen im GottaGo-Projekt mitgearbeitet. Basierend auf der Swiss public transport API entwickelte sein Team ein Tool, mit dem man auf verschiedenen Endgeräten die richtige Zeit findet, um den nächsten Bus, das nächste Tram oder den nächsten Zug zu erwischen.

Organisiert wurde das Open Data Camp vom Verein opendata.ch, der sich der Förderung von Open Government Data verpflichtet hat. Am 27. April 2012 findet übrigens der Berner Open Data Hackday statt.