Geoportal der SBB

Ein neues Geoportal erlaubt optimierte Sich­ten auf spezifische Themen. Aktuelle Tech­nolo­gien und durch­dachtes Design opti­mie­ren die User Experi­ence auf ver­schie­den­sten End­geräten.

In einem Geoportal sind digitale Karten mit verschiedenen Inhalten aufbereitet. Meist in Gruppen zusammengefasst können die einzelnen Karten als sogenannte Layer zugeschaltet und einander überlagert werden. Bei entsprechender Zielsetzung beinhaltet ein Geoportal vollständig heterogene Layer und stellt es dem Benutzer frei, sich aussagekräftige Karten zusammenzustellen. Andere Geoportale stellen eine Vorauswahl an Layern bereit, um damit gezielt zu einem Thema zu informieren. Unser neues Geoportal gehört zu der zweiten Gruppe und zielt darauf ab, optimierte Sichten auf spezifische Themengebiete bereitzustellen.

Flexibles Layerkonzept

Im Vergleich zu üblichen Portalen wird der Begriff eines Layers in diesem Portal deutlich weiter gefasst. Ein Layer ist nicht nur eine statische Schicht auf der Karte sondern bringt eine ganze Menge an eigenen Funktionen mit. Dazu gehören Links zu Metadaten, die es bei manchen Layern gibt und die bei anderen fehlen oder entbehrlich sind. Ebenso gehören angepasste Abfragefunktionen dazu. Im einfachsten Fall werden damit nur die Werte der Rohdaten wiedergeben. Es ist aber auch möglich, aggregierte Informationen (wieviele Features dieser Ausprägung gibt es in dieser Region), Fotos, Grafiken oder Daten aus Drittquellen (zum Beispiel Fahrplaninformationen bei Bahnhöfen) zu integrieren.

Besonders interessant wird das flexible Layerkonzept, wenn der Layer nicht aus den klassischen GIS-Formaten oder Webdiensten gespiesen wird. In unserem Fall ist ein öV-Tracker im Geoportal integriert, der die Positionen aller Fahrzeuge des öffentlichen Verkehrs live und in Bewegung darstellen kann. Durch die Kombination bewegter Daten mit den verschiedensten statischen Kartengrundlagen lassen sich ganz neue überraschende Einblicke gewinnen.

Starke Modularität

Das Geoportal wurde von Anfang an in sinnvolle Module unterteilt. Aufbauend auf einer Reihe von Grundfunktionen lassen sich über Module alle Aspekte des Portals beeinflussen. Dazu gehören vordefinierte Kombinationen von Layern, eigene Werkzeugpaletten, Zugriffsrechte sowie das gesamte Look and Feel der Seite. Geladen werden die Module über sogenannte Themen, die dem Nutzer zusammen mit einer kurzen Beschreibung und einem Teaserbild präsentiert werden.

Geschützte Bereiche

Die Zugriffsrechte für alle Bestandteile des Portals können feingranulär gesteuert werden. So lassen sich ganze Themen vor nicht berechtigten Nutzern verbergen, oder es können innerhalb eines Themas die Layer je nach Berechtigung ein- oder ausgeblendet werden. Auch Abfrage- und Editierfunktionen sind den Nutzern nur bei entsprechender Berechtigung zugänglich.

Für die Authentifizierung und Rollenzuweisung ist vorgesehen, auf eine vom eigentlichen Geoportal unabhängige Benutzerverwaltung zurückzugreifen, um eine einfache Integration in bestehende Umsysteme zu erreichen. So wurde bisher zum Beispiel die Anbindung an die Benutzerverwaltung in Drupal realisiert, die sich besonders für Systeme anbietet, die auf dem GeoCMS Cartaro beruhen. Auch Anbindungen an Active Directories und SAML-basierte SingleSignOn-Lösungen wurden bereits realisiert, mit denen die Nutzer ohne separate Anmeldung automatisch die richtigen Privilegien erhalten.

Technik

Die gesamte Technik ist mit HTML 5, Canvas und Responsive Design auf dem neuesten Stand. Das Frontend basiert auf den Bibliotheken OpenLayers 3, Bootstrap und AngularJS. Auf dem Server steuert eine leichtgewichtige Pyramid-/Python-Schicht die Kommunikation. Für das Rendern und Abfragen der Karten setzen wir primär auf GeoServer, es wären jedoch auch Backends mit QGIS, MapServer oder anderen möglich. Gleiches gilt bei der Datenbank: während wir PostgreSQL/PostGIS verwenden, kann jede Datenbank mit Geodatenmanagement eingesetzt werden.

Entwickelt im Auftrag der SBB

Das Geoportal haben wir zusammen mit unserem Partner evoq im Auftrag der Schweizerischen Bundesbahnen SBB innerhalb des Mandats Trafimage Karten entwickelt. Mit einer öffentlich zugänglichen Version werden die Netzkarte der Schweiz und weitere für die Nutzer des öffentlichen Verkehrs relevante Informationen angezeigt. Für die Mitarbeiter der SBB hält das Portal noch zahlreiche weitere Themen bereit, mit denen zum Beispiel Detailaspekte der Infrastruktur oder Projekte visualisiert werden.